Arguliner Lebensgefühl

Ehe für Alle

I Unsere Position

Wir befürworten und unterstützen aktiv die Ehe für Alle und stehen für Toleranz, Akzeptanz und Vielfalt.

II Unsere Argumentation

  • Gleichberechtigung: Homosexuelle verdienen ebenso die Rechte, die mit einer Ehe verbunden sind. In einer zivilisierten Gesellschaft darf es keine solchen Diskriminierungen geben
  • Der Staat soll nicht dahingehend zu sagen haben, wie zwei mündige Bürger ihr Leben führen möchten àdie Ehe ist eine rein persönliche Wahl
  • Die Ehe ist für alle da. Sie ist eine erfolgreiche Institution, weshalb es sinnvoll ist, sie für alle zu ermöglichen

III Mögliche Gegenargumente

  • „Die Ehe für alle widerspricht dem natürlichen/klassischen Familienbild, das auf Kinder ausgelegt ist.“
    • In einer modernen, aufgeklärten Gesellschaft, in der wir leben, unterliegen Familienbilder einem kontinuierlichen Wandel, der dazu führt, dass eine klare Abgrenzung und Reduzierung auf „ein natürliches Familienbild“ nicht mehr möglich ist
    • Jeder Mensch hat ein Recht darauf, mit der Person, die er/sie liebt, eine Ehebündnis eingehen zu können
    • Die Zeugung von Kindern entspricht keinem Kriterium, über das sich die Ehe definiert. Wenn dem so wäre, dürften Zeugungsunfähige ebenfalls keine Ehe eingehen
  • „Die Ehe ist eine Wertegemeinschaft.“
    • Werte sind das Produkt eines bestimmten Zeitgeistes und wandeln sich mit der Zeit. Die bürgerliche Ehe hat sich mit der Zeit von der Kirche emanzipiert und so wurden beispielsweise rechtlich bestimmte Rollenbilder der Frau abgeschafft und die Scheidung salonfähig
    • Gleichgeschlechtliche Ehen bilden ebenso Verantwortungsgemeinschaften, die die private Fürsorgepflicht übernehmen und den Staat entlasten

 

 

Ladenöffnungszeiten

I Unsere Position

Für uns ist es ein Stück Freiheit, dass Einzelhändler eigenverantwortlich darüber entscheiden können, wann sie ihren Laden öffnen möchten. Auch den Konsumenten soll es ermöglicht sein, allein über den Zeitpunkt ihres Einkaufens zu bestimmen.

Wir fordern die Flexibilisierung des hessischen Ladenöffnungszeitengesetzes

II Unsere Argumentation

  • Einzelhändler müssen sich dem Zeitgeist anpassen und sind aufgrund der wachsenden Konkurrenz aus dem Internet gezwungen, ihre Öffnungszeiten auszuweiten ànur dadurch kann ein fairer Wettbewerb zwischen lokalen und digitalen Anbietern entstehen
  • Die Stärkung der Einzelhändler garantieren nachhaltig Jobs vor Ort und attraktive Innenstädte mit einem breiten Angebot
  • Liberalisierung führt im Zuge einer höheren Beschäftigungsquote und einer steigenden Kaufkraft zu wirtschaftlichem Wachstum einer Region
  • Nur durch die Liberalisierung kann den Bedürfnissen einer modernen Einkaufsgesellschaft gerecht werden àviele Einkäufe können z.B. aufgrund der Arbeit nur am Wochenende erledigt werden
  • Die Flexibilisierung schafft auch flexiblere Arbeitsbedingungen für Angestellt àArbeitsschutzrechtliche Bestimmungen werden nicht eingeschränkt
  • Stärkung des Tourismusstandortes Hessen

III Mögliche Gegenargumente

  • „Der Sonntag soll ein Ruhetag bleiben und dient der Besinnung.“
    • In einer globalisierten und digitalen Welt gibt es keine klassischen Ruhetage mehr. Rund um die Uhr ist es möglich, online Produkte zu bestellen, aber nicht einkaufen gehen zu können
    • Ruhe und Besinnung sind individuelle Zustände und lassen sich nicht erzwingen. Jeder Mensch sollte selbst darüber entscheiden dürfen, wann er ruhen bzw. sich besinnen möchte
    • Die Kirche kann keinen Monopolanspruch auf den Sonntag erheben, indem der Gottesdienst nur sonntagmorgens stattfindet. Kirchen sollten vielmehr ihre Gottesdiensts- und Gebetszeiten liberalisieren
  • „Sonntagöffnungszeiten bedeuten, dass Angestellte keine Zeit mehr für die Familie haben.“
    • Der Arbeitnehmerschutz und Anspruch auf freie Tage und Urlaub in der Woche wird durch eine Sonntagöffnung nicht beeinflusst
    • Erfahrungen zeigen, dass die Mitarbeiter keine Angst vor flexiblen Arbeitszeiten haben. Höhere Bezahlung und ausgeklügelte Arbeitszeitmodelle, die insbesondere den Bedürfnissen unterschiedlicher Mitarbeiter gerecht werden, stellen für Mitarbeiter und Unternehmer sicher, dass durch längere Öffnungszeiten besser gewirtschaftet werden kann
    • Sonntagsarbeit erlaubt gerade Geringverdienern mehr Flexibilität und die Möglichkeit, mehreren Beschäftigungen nachzugehen
    • Sonntagsarbeit ist in vielen Branchen, zum Beispiel der Gastronomie, aber auch an Tankstellen und im Gesundheitsweisen gang und gebe. In der Gastronomie wird die Stammmannschaft häufig durch studentische Nebenjobber unterstützt. Dadurch kann der ein oder andere Festangestellte auch am Sonntag zu Hause bleiben, während Studenten eine weitere Möglichkeit haben, sich ihr Studium zu finanzieren.
  • „Es gibt keinen positivten Effekt der Liberalisierung auf den Umsatz der Unternehmer.“
    • Die empirische Evaluierung der Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten auf den Umsatz ist sehr komplex. Zu berücksichtigen ist dabei aber, dass Menschen nicht einen fixen monatlichen Betrag ausgeben, sondern, dass die Kauflaune von Konsumenten auch davon abhängt, wie gestresst Konsumenten beispielsweise sind. Im Allgemeinen spricht aber die Datenlage dafür, dass der Umsatz durch eine Deregulierung steigt

Legalisierung von Cannabis

I Unsere Position

Eigenständigkeit und Selbstverantwortung zeichnen unser Menschenbild aus und stehen im Zentrum einer liberalen Politik. Die eigene und mündige Entscheidungsfähigkeit eines Menschen ist für uns elementar, weshalb wir der Ansicht sind, jeder kann eigenverantwortlich darüber entscheiden, welche Genussmittel er oder sie konsumieren möchte.

Wir fordern:

  • die Legalisierung des Besitzes und Konsums von Cannabis
  • die Freigabe des kontrollierten Verkaufs von Cannabis an lizensierten Verkaufsstellen (z.B. Apotheken)
  • eine verbesserte Aufklärung im Bereich der Suchtprävention

II Unsere Argumentation

  • Cannabis hat weniger starke negative Wirkungen als andere legale Drogen (Alkohol) àes gibt keinen dokumentierten Todesfall durch den Konsum von Cannabis
  • Cannabis wird aufgrund der geringeren Nebenwirkungen erfolgreich zur Behandlung von chronischen Krankheiten eingesetzt
  • Cannabis führt nicht zu einer schweren, physischen Abhängigkeit àBundesverfassungsgericht hat das „Suchtpotential als sehr gering eingestuft“
  • Kriminalisierung von Cannabis führt dazu, dass
    • Konsumenten in die Kriminalität gedrängt werden àgebundene polizeiliche und justizielle Kapazitäten könnten sinnvoller genutzt werden
    • verunreinigte Produkte gehandelt und konsumiert werden àKonsumenten können sich gezielt über die Qualität und die Wirkung informieren sowie gezielt beraten und aufgeklärt werden
  • Anstieg der Steuereinnahmen

III Mögliche Gegenargumente

  • „Die Legalisierung von Cannabis führt zu stärkerem Konsum.“
    • Studien zeigen, dass genau das Gegenteil der Fall ist: Hanfverband
  • „Cannabis kann Psychosen auslösen.“
    • Das stimmt, trifft jedoch auch auf viele legale Substanzen wie z.B. Alkohol oder Koffein zu. Die Intensität hängt von der individuellen Veranlagung ab
    • In lizensierten Verkaufsstellen kann über den THC-Gehalt, die Qualität des Cannabis und mögliche Nebenwirkungen aufgeklärt werden
  • „Cannabis ist eine Einstiegsdroge, die dazu verleitet, auch härtere Drogen zu konsumieren
    • Durch die Legalisierung ist das Abdriften in die Kriminalität nicht mehr notwendig
    • Der Verkauf in lizensierten Verkaufsstellen schützt davor, mit anderen Drogen in Kontakt zu kommen, da diese dort anders als beim Drogendealer nicht verkauft werden
    • Ein mündiger Bürger sollte eigenverantwortlich darüber entscheiden dürfen, welche Substanzen er/sie konsumieren möchte